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Europas viele Gesichter und viele zu übersetzende Sprachen
Berufliche Integration durch internationalen Austausch
Am Freitag trafen sich in Marburg europäische Netzwerkmitglieder und Experten des Bundesprojektes berufliche „Integration durch Austausch IdA“, um eine Halbzeitbilanz zu ziehen und um über Qualitätssicherung in europäischen Austauschprogrammen generell zu reden. Gastgeber war das Marburger IdA-Projekt „Grenzen-los“, gebildet aus Koordinator Arbeit und Bildung e.V., dem Projektpartner Praxis GmbH und den strategischen Partnern KreisJobCenter Marburg-Biedenkopf bzw. Agentur für Arbeit Marburg.
Stefan Schulz-Trieglaff, im Bundesarbeitsministerium BMAS für Entwicklung und Koordination übernationaler Maßnahmen verantwortlich, nannte als IdA-Zielgruppen „arbeitsmarktferne Jugendliche am Übergang Schule/Ausbildung mit Unterstützungsbedarf“, weil ihnen z.B. der Schulabschluss fehlt, aber auch alleinerziehende junge Frauen. Und zweitens, „arbeitslose junge Erwachsene an der Schnittstelle Ausbildung/Beruf“, wie etwa Akademiker ohne Berufserfahrung. Letztlich diene IdA dazu, mehr Beweglichkeit auf dem europäischen Arbeitsmarkt zu fördern.

Ohne sie geht nichts ...Simultandolmetscher bei der Arbeit
Angelika Funk, stellv. Geschäftsführung Arbeit und Bildung e.V., verwies darauf: „Grenzen-los startete Herbst 2009 und hat bis heute zwölf Marburger Lehrgänge mit rund 100 Teilnehmer ins Auslandspraktikum gesandt“. Durch den begleiteten Auslandsaufenthalt und entsprechende Vor- und Nachbereitung hätten die Teilnehmer die Möglichkeit, sich beruflich, sprachlich und persönlich weiterzuentwickeln.

Montserrat Ros Serra, Probens Spanien
Und das hätten sie auch getan, betonte der begleitende Forscher, Dieter Schulze von der Firma social solutions: Unter den „Grenzen-los“ Teilnehmern sei deutlich mehr Realismus, mehr Selbstvertrauen und gestiegene Selbstsicherheit entstanden.
Montserrat Ros Serra, vom spanischen Partner Probens, betonte die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit Arbeit und Bildung seit 1993, die auch dem Projekt „Grenzen-los“ zu Gute kam. Europa sei ein immer vertrauter werdendes Gebiet für die jungen Menschen, auch und gerade wegen des Netzwerkes.
Da IdA eine erhöhte Beschäftigungsfähigkeit bewirke, folgt jetzt auch eine Integration durch Austausch speziell für Menschen mit Behinderung (bspw. Lernbehinderung, Lernschwierigkeiten, Schwerbehinderung). Seit April werden 44 Projektverbünde bis 2014 gefördert, die bis zu 4.500 Menschen mit Behinderung diese europäische Erfahrung machen lassen werden, teilte der BMAS-Vertreter abschließend mit.

Angelika Funk, stellv. Geschäftsführerin AuB (re.) und Gerlind Jäckle, Praxis

Marco Hendriks dok10, Rotterdam
Ein Qualitätshandbuch für IdA wird Anfang 2012 erscheinen, das auch in anderen transnationalen Maßnahmen wie Freiwilligendienste oder Schüleraustausch genutzt werden kann. Mit der Konferenz wurde in Marburg eine bundesweit tourende Wanderausstellung gestartet, die Teilnehmer von IdA in den jeweiligen Auslandspraktika zeigt.
Weitere Informationen zum Projekt: www.ida-marburg.de (Grenzen-los)
Fotos: Viktor R. Szymczak
